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Abgabeneigung

Unter Abgabeneigung wird eine Tendenz an der Aktienbörse bezeichnet, die allgemein auf rückläufige Kurse hinweist. Verkäufe überwiegen hier gegenüber den Käufen, so dass das Angebot an Wertpapieren die Nachfrage übersteigt. Dieser Effekt kann sich auf spezielle Wertpapiere oder auch auf Wertpapiergruppen beziehen. Ist eine Abgabeneigung im gesamten Börsenbereich zu erkennen, so lässt dies auf eine Baisse schließen. So werden Phasen sinkender Kurse bezeichnet, die Käufer verkaufen mehr Aktien als sie kaufen so sinken die Aktienpreise. Eine solche Baisse, die durch eine starke Abgabeneigung gekennzeichnet ist, wird auch als Bärenmarkt bezeichnet. Der Bär steht an der Börse generell für Kursabfall und ist pessimistisch, der Bärenmarkt geht bergab.

Abgabeneigung ist keine Großzügigkeit

Im Gegensatz hierzu steht die Hausse oder der Bullenmarkt, der optimistisch bergauf geht. Meist geht man davon aus, dass eine deutliche Hausse oder Baisse mehrere Jahre andauern wird. Beide Entwicklungen sind jedoch erst dann sicher zu erkennen und zu beurteilen, wenn sie bereits in vollem Gange oder schon fast wieder vorbei sind. Einer Abgabeneigung sowohl des gesamten Marktes als auch einer individuellen Wertpapiergruppe geht meist ein sinkendes Vertrauen der Anleger voraus. Es werden fallende Kurse erwartet und der Anleger versucht diese zukünftigen Verluste möglichst gering zu halten, indem er frühzeitig verkauft. Hieraus resultiert die sog. Abgabeneigung, die höhere Verkaufs- als Kaufzahlen beinhaltet woraus auch sinkende Kurse der betreffenden Wertpapiere oder Wertpapiergruppen resultieren. Weitblickende Anleger beobachten den Markt, um derartige Entwicklungen möglichst früh vorauszusehen und nach Möglichkeit davon zu profitieren. Zeichnen sich bzgl. eines Wertpapiers oder einer Wertpapiergruppe fallende Kurse ab, so steigt zeitgleich die Abgabeneigung der Anleger. In erster Linie dient dieses Verhalten der Vermeidung absehbarer Verluste. Letztlich hat dies jedoch weiter fallende Kurse zur Folge, sofern viele Anleger diesen Effekt gleichartig beurteilen und vergleichbar handeln. Gerade kurzzeitige Kursgewinne können über langfristigen Kursverfall hinwegtäuschen und aufgrund zu später Reaktion bzw. zu spätem Verkauf Verluste erzeugen. Um dies zu vermeiden, reagieren viele Anleger verfrüht, was zu einer beachtlichen Abgabeneigung und natürlich auch zu entsprechenden Kursverlusten führen kann. Den gegenteiligen Effekt beobachtet man bei Kursgewinnen und der Neigung, mehr Aktien zu kaufen als zu verkaufen. Diese Marktbewegungen sind klassische Instrumente zur Beurteilung und Steuerung der Kurse und Börsenentwicklungen.

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