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Agio

Der Begriff „Agio“ – von ital. agio (Bequemlichkeit) – bezeichnet ein Aufgeld oder eine Aufzahlung und meint damit einen Aufschlag auf den eigentlichen Wert, den sog. Nennwert. Dieser Aufschlag wird i. d. R. in Prozent dargestellt. Benötigt man beispielsweise ein Darlehen, welches zu 100 % ausgezahlt werden soll, so zahlt man bei einem Agio von z. B. 2 % in der Summe 102 % zurück. Das Gegenstück zum Agio ist das sog. Disagio, der Abschlag, um den sich der Betrag reduziert. Hierbei erhält man von der Bank nicht die volle Summe, sondern den um das Disagio reduzierten Betrag, also bei einem Disagio von 2 % nur 98 %.

Agio – die Mehrwertsteuer der Banken

Ein Agio gibt es bei unterschiedlichen Finanzaktionen, wie u. a. dem Darlehen. Hier ist das Agio ein Aufschlag auf den Darlehensbetrag, der mit ausgezahlt wird. Bei Wertpapieren bezeichnet das Agio den sog. Ausgabeaufschlag, welcher bei der Ausgabe von Wertpapieren gewissermaßen als Gebühr erhoben und entsprechend verrechnet wird. Es handelt sich hier somit um eine Vertriebsgebühr oder auch um die Vergütung für Beratungsleistungen. Bei Fonds liegt das Agio abhängig von Fondsgesellschaft bzw. Fonds bei einem festen Prozentsatz, der an die jeweilige Bank, den Berater oder auch an die Fondsgesellschaft abgeführt wird. Auch Werbung und Information des Anlegers durch Banken und Fondsgesellschaften werden über das Agio mitfinanziert. Bei der Ausgabe von Aktien wird das Agio in die finanzielle Rücklage des Unternehmens einbezogen und wird so zu einem Teil des sog. bilanziellen Eigenkapitals. Durch Überpari-Emission von Aktien und Wandelschuldverschreibungen (die sog. Pari-Emission) wird ein Agio erzielt, welches in die Kapitalrücklage aufzunehmen ist, wobei Emissionskosten nicht abgesetzt werden können. Im Falle eines Darlehens wird häufig zur Wahl gestellt, ob Agio oder Disagio zur Anwendung kommen sollen. Meist ist Disagio für den Kunden günstiger, denn so erhält er die volle Darlehenssumme. Darüber hinaus muss das Disagio nicht zusätzlich finanziert und verzinst werden. Meist wird das Agio am Ende der Laufzeit an die Bank gezahlt. Aber auch die Differenz zwischen Kaufpreis und Parität – bzw. dem Leitkurs – einer Währung im Sorten- und Devisenhandel einer Bank wird als Agio bezeichnet. Grundsätzlich ist die Vermögensvermehrung, welche durch das Agio erzielt wird, nicht körperschaftssteuerpflichtig, da sie auf gesellschaftlicher Grundlage stattfindet.Similar Posts: