Aktienfonds
Unter Aktienfonds versteht man Investmentfonds, die hauptsächlich oder sogar zu 100 % in Aktien investieren. Es gibt zahlreiche verschiedene Arten, je nachdem, aus welchen Aktien sich ein Aktienfonds zusammensetzt. Beispielsweise kann ein Aktienfonds global investieren und wird dann meist als internationaler Aktienfonds bezeichnet. Aber auch die Investition in Aktien bestimmter Regionen oder Länder ist möglich. Viele Aktienfonds beschränken sich auf Aktien von Gesellschaften einer wirtschaftlichen Branche wie z. B. Immobilien. Solche Aktienfonds werden meist auch als Branchenfonds angesprochen und orientieren sich häufig an wirtschaftlichen Entwicklungen. Daraus resultiert eine Vielzahl an Aktienfonds der Branchen Technologie, Telekommunikation oder Konsum, aber auch Rohstoffe, Pharma oder Finanzwerte sind oft Grundlage von Branchenfonds.
Bio-Aktienfonds, Kunst-Aktienfonds oder Ethik-Aktienfonds - Die Aktienfonds für das gute Gewissen
Viele Aktienfonds kombinieren mehrere Richtungen oder werden als sog. Themenfonds bezeichnet wie beispielsweise Ethikfonds. Darüber hinaus gibt es auch Aktienfonds, die sich ausschließlich an einem Börsenindex orientieren. Aktienfonds können sehr unterschiedlich geführt werden, man unterscheidet verschiedene Investmentprozesse und Anlagestile. Der Investmentprozess kann im sog. Top-Down-Verfahren oder nach dem Bottom-Up-Verfahren ablaufen. Im Top-Down-Verfahren werden Märkte und Entwicklungen beurteilt und in den ausgewählten Branchen oder Regionen werden durch die Manager geeignete Einzeltitel dem Fonds hinzugefügt. Das auch Stock-Picking genannte Bottom-Up-Verfahren wählt konkrete Einzeltitel aus, eine Streuung der Titel erfolgt lediglich im Rahmen einer Risikostreuung. Aber auch bzgl. des Anlagestils gibt es gravierende Unterschiede. Der Growth-Ansatz legt großen Wert auf das Wachstum der im Aktienfonds bevorzugten Unternehmen, Wachstum steht hier für schneller steigenden Umsatz oder Gewinn im Vergleich zu anderen Branchen oder Unternehmen. Der Value-Ansatz legt besonderen Wert auf eine positive Bewertung des Unternehmens sowie die Stabilität. Hieraus resultiert häufig eine Investition in unterbewertete Aktien mit hoher Dividende. Beide Systeme vereinigt das sog. Blend- oder Core-Prinzip, das sehr flexibel alle zur Verfügung stehenden Informationen über die Unternehmen nutzt, um möglichst hohen Profit zu erreichen. Aktienfonds sind generell eher risikoreiche Geldanlagen mit hohen Gewinnmöglichkeiten, aber auch der Möglichkeit zu großen Verlusten im Falle sinkender Kurse. Daher gibt es neben dem klassischen Aktienfonds auch zahlreiche sog. Garantiefonds, die das Verlustrisiko auf ein Minimum reduzieren, indem ein fester Rückkaufswert vereinbart wird. Allerdings ist das Risiko bei Aktienfonds deutlich geringer als direkt in Aktien zu investieren, denn man erreicht eine breitere Risikostreuung und der Anleger benötigt kein Fachwissen.