Aktienrückkauf
Werden von einem Unternehmen Aktien zum Verkauf angeboten, befinden sich diese irgendwann im Umlauf. Irgendwann kann es der Fall sein, dass ein Unternehmen eine gewisse Anzahl der Aktien, die in Umlauf gebracht worden sind, wieder zurückkauft. Diesen Kauf nennt man Aktienrückkauf. Dadurch soll der Anteil der Aktien auf dem Markt verringert werden. Meist geschieht dieser Rückkauf, weil das Unternehmensmanagement die Bewertung der Aktien für zu niedrig hält. Durch den Aktienrückkauf soll der Kurswert wieder gesteigert werden. Außerdem erhöht sich durch den reduzierten Aktienanteil, der im Umlauf ist, der Gewinn für jeden Anteil. Das führt dazu, dass der Aktienmarkt die noch übrig gebliebenen Aktien auf langfristig gesehene Zeit verteuert.
Aktienrückkauf: Aktienhandel in eigener Sache
Dem Unternehmen wird durch den Aktienrückkauf ermöglicht, dass ein Teil von den Gewinnen an den Eigentümer weitergegeben wird. Es ist ähnlich wie bei Dividendenzahlungen, allerdings wird der Aktionär bei einem Rückkauf steuerlich besser gestellt. Allerdings muss auch beachtet werden, dass Eigentümer mit der Dividende, welche in ein Unternehmen investiert werden kann, das günstiger bewertet wird, besser stehen, wenn die Aktie überbewertete ist. Entscheidet sich das Management für einen Aktienrückkauf, zeigt es im Grunde, dass es kein günstigeres Investment gibt, als das Unternehmen selbst.
Das Aktiengesetz zeigt Möglichkeiten, wann ein Unternehmen einen Aktienrückkauf vornehmen darf. Hierzu gehört unter anderem die Notwendigkeit, einen bevorstehenden Schaden abwenden zu können, das Angebot für den Erwerb an die eigenen Arbeitnehmer oder auch der Beschluss der Hauptversammlung zur Herabsetzung des Kapitals. Der Aktienrückkauf darf niemals für die Kurspflege oder den Handel in die eigenen Aktien zum Grund haben. Für den Rückkauf müssen auch Voraussetzungen erfüllt werden. Der Aktienanteil darf, wenn Aktien zurückgekauft werden und mit den schon im Unternehmen befindlichen Aktien den Wert von 10 Prozent des Grundkapitals keinesfalls überschreiten. Heißt einfach formuliert, dass der maximale Aktienwert, den ein Unternehmen besitzt, lediglich 10 Prozent vom Grundkapital betragen darf.
Warum auch immer ein Aktienrückkauf stattfindet, alle Aktionäre müssen gleich behandelt werden, also muss auch die Gesellschaft sich verhalten wie ein Aktionär. Es ist auch immer der Beschluss von der Hauptversammlung notwendig, in welchem der Aktienrückkauf mit Gründen und in seinem Umfang beschrieben sein muss. Konnte in einer Hauptversammlung der Rückkauf nicht beschlossen werden, weil dieser stattfinden musste, damit ein Schaden vermieden wird, muss in der nächsten Versammlung der Rückkauf ausführlich und mit allen Details berichtet werden.