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Deutscher Aktienindex – Barometer der Wirtschaft

Der Artikel erläutert den Deutschen AktienindexSeit seiner Einführung am 1. Juli 1988 hat sich der Deutsche Aktienindex (DAX) zum Leitindex der deutschen Wirtschaft entwickelt. Das Markenzeichen der Deutsche Börse Group fasst die Kurse der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Aktiengesellschaften (Blue Chips) zusammen. Der ursprüngliche DAX geht auf den seit 1959 geführten Index der Börsen-Zeitung zurück und wurde in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen und der Frankfurter Wertpapierbörse auf den Weg gebracht. Ab 1994 listete der DAX 100 (heute HDAX) die 100 besten Werte. Davon abgegrenzt wurde wenig später der DAX30 mit den 30 Spitzenunternehmen und der MDAX mit den 70 nachfolgenden Werten.

In einer weiteren Reform verkürzte man den MDAX auf 50 Werte und fasste die nachfolgenden 50 als SDAX zusammen. In Zuge der New Economy Ende der 1990er Jahre schuf man den Nemax50 (Neuer Markt) für die erfolgreichsten Werte der neuen Technologiebranchen. Nach erheblichen Marktturbulenzen wurde dieser 2003 vom TecDAX abgelöst, der heute 30 Spitzenwerte aus Informations-, Bio- und Energietechnologie umfasst.

Kurs- und Performance-Index

Die wichtigsten Aktienindizes wie Dow Jones und Nikkei sind Kurs-Indizes, was bedeutet, dass sie Dividendenzahlungen und Kapitalveränderungen nicht berücksichtigen. Der DAX wird sowohl als Kurs- als auch als Performance-Index berechnet.

Würde man beispielsweise den Daimler mit dem Commerzbank Aktienkurs vergleichen, hätte man noch keinen Eindruck von der Größe eines DAX-Unternehmens. Zur Aufnahme in den DAX werden Marktkapitalisierung und Oderbuchumsatz (in einer bestimmen Periode gehandelte Aktien) betrachtet. Außerdem müssen sich mindestens 10% der Aktien eines Unternehmens in Streubesitz befinden, damit es DAX-Zugehörigkeit erlangen kann.
Ob eine Aktiengesellschaft in den DAX aufsteigt und eine andere ersetzt, wird jedes Jahr regulär im September überprüft. Die neuen Anwärter auf den DAX müssen dabei eine bestimmte Position im HDAX aufweisen bzw. ihre Kennwerte verbessert haben. Zusätzlich können Änderungen im März, Juni und Dezember vorgenommen werden sowie immer dann, wenn ein Unternehmen die Grundbedingungen nicht mehr erfüllt oder sich Insolvenzen oder Fusionen ergeben. Der DAX wird daher als eine Art Barometer für die Wirtschaftslage angesehen.

Quelle der Grafik: Mark Bohmeier – Fotolia Similar Posts: